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Flutungskonferenz 1/3
Verbesserung der hydrochemischen Situation in ehemaligen Tagebaurestseen
während der Umlagerung von Lockergesteinsmassen mittels Saugspülbagger
- Stand und Ergebnisse
des Demonstrationsversuches am SB Lohsa II -
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Dipl.-Ing. Beate
Lucke, LMBV mbH |
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Dr.-Ing. habil.
Jürgen Keßler, Dipl.-Ing. Rico Erler, Dipl.-Min. Peter Biskop,
BIUG GmbH |
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Dr. Felix Bilek,
GFI GmbH |
Restseen waren und
bleiben anspruchsvolle
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geotechnische, |
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wasserwirtschaftliche und |
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ökologische |
Objekte
mit bergbaulichem Hintergrund.
Jede Behandlung, jede
Veränderung und jede Nutzung sollte auch zukünftig vor dem Hintergrund des
komplexen Zusammenwirkens aller einen Tagebaurestsee beeinflussenden
Prozesses erfolgen, auch nach Beendigung der Bergaufsicht.
Auf der Grundlage der
langjährigen Tätigkeit bei der geotechnischen Sanierung von Kippen
und Restlochböschungen legt die BIUG GmbH besonderes Augenmerk auf solche
Projekte
zur Verbesserung der hydrochemischen Situation in ehemaligen
Tagebaurestlöchern, bei
denen die Verfahren zur Verbesserung der Wasserbeschaffenheit mit ohnehin
notwendigen
geotechnischen Sanierungsmaßnahmen gekoppelt werden. Durch die Nutzung von
Synergieeffekten können sowohl hydrochemische als auch geotechnische
Zielstellungen besser erreicht werden. Auf dieser Basis hat die BIUG GmbH
Skizzen und Studien für folgende Projekte bei der LMBV mbH eingereicht:
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Verbesserung
der hydro- und geochemischen Situation in Kippen ehemaliger
Braunkohlentagebaue durch das Einbringen von Kalkprodukten in Verbindung
mit der Ausführung der Rütteldruckverdichtung (RDV) im erdfeuchten
Kippenmassiv; |
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Verbesserung der
hydrochemischen und ökologischen Situation in ehemaligen
Tagebaurestseen während der Umlagerung von Lockergesteinsmassen mittels
Saugspülbagger. |
Von Seiten der LMBV
mbH wurde für das zweitgenannte Projekt die Durchführung
eines Demonstrationsversuches in Verbindung mit der Wiederherstellung der
Schutzgräben im SB Lohsa II veranlasst.
Flutungskonferenz.doc 2/3
Im Zeitraum von
Dezember 2004 bis Juni 2004 wurden drei Testfelder in unterschiedlichen
hydrogeologischen Positionen mit jeweils auf diese Positionen abgestimmten
Zielstellungen und spezifischer Zusammensetzung des Kalkproduktgemisches
hergestellt.
Testfeld 1
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Anstrom des
Kippengrundwassers auf das Speicherbecken; |
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alkalische
Konditionierung des GW-Zustromes; |
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1,2 Masse-%
Kalkprodukte im Teppich (70 % Branntkalk, 30 % Kalkmergel). |
Testfeld 2
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Abstrom des
Seewassers aus dem Speicherbecken; |
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alkalische
Konditionierung des aus dem SB Lohsa II abfließenden und als Grundwasser
dem SB Burghammer zuströmenden Wassers; |
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Erzielung von
Kolmationseffekten auf der Abstromseite des SB Lohsa II zur Verringerung
der Menge des unkontrolliert dem SB Burghammer zuströmenden sauren
Wassers; |
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5 Masse-%
Kalkproduktgemisch (100 % Branntkalk). |
Testfeld 3
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semisubhydrischer
Bereich innerhalb der künftigen Staulamelle; |
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Schaffung eines
günstigen hydrochemisch-ökologischen Milieus für die Ansiedlung und
Entwicklung benthischer Lebewesen durch Freisetzung von Alkalinität
infolge wechselnder In- und Exfiltration in Uferbereichen; |
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1,2 Masse-%
Kalkproduktgemisch (70 % Branntkalk, 30 % Kalkmergel); |
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im Routinebetrieb
hat sich der Einsatz von Kalksteinbrechsand mit einer stetigen
Korngrößenverteilung (max. 20 % < 0,1 mm, max. 10 % > 2 mm) aufgrund der
besseren Handhabbarkeit bei der Herstellung des Kalkproduktgemisches und
der Kalkprodukt- Wasser-Suspension anstelle des Kalkmergels als
vorteilhaft erwiesen. |
Die Wirksamkeit der
Testfelder wurde in einem 6-monatigen Monitoring kontrolliert. Im Ergebnis
der Tests ist festzustellen, dass
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sich die für die
Herstellung der reaktiven Teppiche entwickelte Technologie unter
verschiedenen Einsatzbedingungen bewährt hat und auch für den Einsatz
von Kalkprodukten im Routinebetrieb des Saugspülbaggers geeignet ist. |
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die reaktiven
Teppiche im Hinblick auf Geometrie, Ebenheit der Oberfläche und Gehalt
an Kalkprodukten entsprechend der in der Planung enthaltenen Vorgaben
hergestellt werden konnten. |
Flutungskonferenz.doc 3/3
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die reaktiven
Teppiche während des gesamten Beobachtungszeitraumes alkalisch wirksam
waren.
Eine Inertisierung der Kalkprodukte – z. B. durch Gipsbildung auf
Kornoberflächen –
wurde nicht beobachtet. |
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die angestrebten
hydrochemischen und bodenmechanischen Wirkungen |
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Anhebung des
pH-Wertes auf pH > 6 in allen Testfeldern, |
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zusätzlich
Verringerung des Sulfatgehaltes (< 2 mmol/l) und teilweise Verringerung
des Durchlässigkeitsbeiwertes im Testfeld 2 (Dkf l 10-1)
in der ummittelbaren Umgebung der reaktiven Teppiche nachgewiesen wurden |
Eine weiterreichende
Wirksamkeit der reaktiven Teppiche ist von äußeren Bedingungen (u.a.Flutungsregime) abhängig, die im Rahmen des Testes nicht gezielt
beeinflusst werden konnten.
Die im Verlauf des
Testes entwickelten Technologien gestatten es, das Verfahren in anderen
Restseen einzusetzen und an die jeweiligen Aufgaben und Situationen
anzupassen.
Im Rahmen der
Schutzgrabenprofilierung im SB Lohsa II wurden im Jahr 2007 reaktive
Teppiche des Typs Testfeld 3 (semisubhydrischer Bereich) im Routinebetrieb
hergestellt. Reaktive Teppiche des Typs Testfeld 2 (Abstrom) könnten im SB
Lohsa II u. U. in Verbindung mit geplanten Sondervorhaben (Beseitigung von
Überhöhen) zur Anwendung kommen.
In Auswertung der
bisher erreichten Ergebnisse werden
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weiterführende
Untersuchungen und die Fortsetzung des Monitorings am Testfeld 2, |
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die Fortsetzung des
Einsatzes von Kalkprodukten im Routinebetrieb und |
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die weitere
Optimierung des Kalkproduktgemisches für spezifische Einsatzgebiete
empfohlen. |
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