|
| |
J. Keßler,
BIUG GmbH
Praxisrelevante Gesichtspunkte bei den Vorbereitungsarbeiten für die
Revitalisierung von Brachflächen
Die
Mitarbeiter der BIUG
GmbH sind
seit 1990
an der
Untersuchung und Sanierung
von
zahlreichen
Altstandorten unterschiedlichster Art beteiligt. Die Vorgehensweise bei der
Vorbereitung von Maßnahmen zur Flächenrevitalisierung hängt von zahlreichen
Faktoren ab, darunter:
 |
bisherige Nutzungsarten der Fläche,
|
 |
vorgesehene Nachnutzung der zu revitalisierenden Fläche,
|
 |
Erfordernisse des
Umwelt-, Natur-
und/oder
Ressourcenschutzes, auch hinsichtlich
benachbarter Flächen,
|
 |
Größe und Intensität
der schädlichen
Bodenveränderungen infolge der
bisherigen Nutzung,
|
 |
Geologisch-geotechnische Eigenschaften des Untergrundes und der Region.
|
Für
die Vorgehensweise
existieren Normen, Gesetze
und Verordnungen
mit bundesweiter
Verbindlichkeit sowie
unter der
Regie der
einzelnen Bundesländer gestaltete Formen
der "Altlastenmethodik",
die ein
stufenweises Vorgehen bei
der Untersuchung
und Sanierung von Altlasten
vorschreibt.
In allen Fällen ist zunächst
eine Historische Erkundung erforderlich, die einer "Erstbewertung eines
Baugrundstücks" entspricht und mit der "Vorplanung" der HOAI vergleichbar
ist. Sie ist für die weitere Planung (einschließlich der Kostenentwicklung)
oft überaus bedeutsam, wird aber in der Praxis häufig unterschätzt. Die
folgenden Untersuchungsstufen Orientierende, Detail- und
Sanierungs-Untersuchung richten sich in ihren Umfängen und
Durchführungsnotwendigkeiten nach dem Charakter der Altlast und den
Intensitäten möglicher Schadstoffbelastungen. Bei der Vorbereitung der
Flächenrevitalisierung spielt häufig die Frage des Umgangs mit der
Altbausubstanz eine wichtige Rolle. Als grundlegende Varianten des Umgangs
mit der Altbausubstanz können unterschieden werden:
 |
Vollständiger Rückbau der
Altbebauung mit Boden- / Grundwassersanierung zur Vorbereitung auch
sensibler Nachnutzungen, |
 |
Ausgliederung von
Betriebsflächen ohne nennenswerten oder mit tolerierbarem
Altlastenanteil zur veränderten gewerblichen Weiternutzung und Rückbau
der höher schadstoffbelasteten Gebäude,
|
 |
Ausgliederung nicht mehr
benötigter Flächen bei gleichzeitiger Sanierung und Modernisierung der
weiterzuführenden Produktionslinien und Nutzungsänderung ausgegliederter
sanierter Flächen, |
 |
Erhaltung
der Bausubstanz und Nutzungsänderung nach erfolgter Sanierung.
Zahlreiche Beispiele belegen, dass die Entscheidung zwischen Abbruch
oder Sanierung von Gebäuden vor allem vom Stand der Projektentwicklung
für die Nachnutzung einer Brachfläche und erst in zweiter Linie von den
zu erwartenden Sanierungskosten abhängt. Aus den praktischen
Erfahrungen bei der Arbeit nach der "Altlastenmethodik" für die
Revitalisierung von Brachflächen werden im Vortrag Schlussfolgerungen
und weiterhin bestehende Konfliktpotentiale abgeleitet. |
|
|